In Hochelheim und Hörnsheim: Freier Weg zum Zusammenschluss der Kirchengemeinden

 

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Seit 1971 sind die Kirchengemeinden Hochelheim mit 1560 und Hörnsheim mit 800 Gemeindegliedern als Großgemeinde pfarramtlich verbunden. Viele Veranstaltungen finden gemeinsam statt und die Sach- und Personalkosten werden nach einem Schlüssel aufgeteilt. Auch das evangelische Paul-Schneider-Gemeindezentrum befindet sich nahezu auf der „Grenze“ zwischen Hochelheim und Hörnsheim.

Um perspektivisch zu handeln, sollen nach dem Willen der Presbyterien ab 1.1.2008 beide Gemeinden zu einer werden. Der Impuls kam von der Hochelheimer Presbyterin Bettina Hardtert. In zwei Gemeindeveranstaltungen wurde dieses Thema neu aufgenommen. In Hörnsheim folgten 80 Gemeindeglieder der Einladung. In Hochelheim in der alten Kirche von 1657 traf man sich generationsübergreifend im kleineren Kreis. Nach einer Einführung von Ortspfarrer Heiko Ehrhardt über die demografische Entwicklung der Bevölkerung und damit der Gemeindeglieder und dem Zusammenhang zwischen der hohen Arbeitslosenquote, dem Mitgliederschwund durch Sterbefälle und einige Kirchenaustritte, den nicht mehr Kirchensteuer zahlenden Rentnern und dem dadurch stark zurückgehenden Kirchensteueraufkommen, setzte sich eine lebhafte Debatte in Gang. Sie hatte durchaus eine die Idee der Zusammenlegung stützende Tendenz.

Superintendentin Ute Kannemann (Lützellinden) und Rentamtsleiter Erich Hofmann (Rechtenbach) unterstützten durch Kommentare zur Strukturveränderung und künftiger Finanzentwicklung das Vorhaben der Prebyterien. Allein könne die Kirchengemeinde Hörnsheim ihre Aufgaben schon jetzt nicht mehr wahrnehmen, langfristig auch nicht mehr Hochelheim, vernahm die Versammlung. „Auch für die Verwaltung führt es zu Kosten senkender Vereinfachung“, so Hofmann.

„Anders als in den hessischen Kirchen haben wir in der rheinischen das Ortskirchensteuerprinzip und damit die Gemeinde mehr Entscheidungsgewalt, aber in 2008 wird die Evangelische Kirche im Rheinland ein neues Bewertungssystem einführen, die einen Einfluss auch auf die Pfarrstellen haben wird“, betonte Superintendentin Kannemann. Dem Ruf aus der Versammlung nach „Sparen auch oben!“ beantwortete Kannemann mit der bereits erfolgten 20 % Einsparung und Schließung zahlreicher wichtiger Einrichtungen und Aufgabe von Arbeitsfeldern auf landeskirchlicher Ebene.

Die Gesprächspartner aus der Gemeinde hatten auch Interesse an der praktischen Veränderung bei Zusammenlegung. „Hier ist der Vorteil u.a. ein einziges Gemeindekonzept und eines gemeinsamen Haushaltsplans – und dass wir den Status quo unserer Aufgaben erhalten können, anstatt schon jetzt zu kürzen“, resumierte Pfarrer Ehrhardt. Nun werden die Presbyterien die meist positiven Stimmen aufnehmen zur Zusammenlegung in Kürze beraten und beschließen.

Gemeindeglieder im Gespräch mit Ortspfarrer Heiko Ehrhardt (rechts), Rentamtsleiter Erich Hofmann (links) und Superintendentin Ute Kannemann (4. von links)

Nachrichtenarchiv des Jahres 2007