Gedenktafel am Dom angebracht - Dompfarrer äußern sich zu antijüdischer Skulptur

Eine Gedenktafel haben die evangelische und die katholische Domgemeinde am Eingang des Wetzlarer Doms installiert. Sie weist auf eine aus dem 13. Jahrhundert stammende antijüdische Darstellung über dem Südportal hin (ein Teufel umklammert einen Juden) und distanziert sich inhaltlich von deren Symbolik.

Björn Heymer, evangelischer Dompfarrer und Peter Kollas, katholischer Dompfarrer, wollen auf diese Weise an die Reichspogromnacht 1938 und die damit verbundenen Gräueltaten von Christen gegenüber Juden erinnern.

Der Text der Gedenktafel im Wortlaut:
 

 








 

Hier am Wetzlarer Dom
entstand im 13. Jahrhundert das frühgotische Südportal.
Unterhalb der Steinfigur Marias mit dem Kinde
zeigt sich die Darstellung des Teufels, der einen Juden umschlingt.

Durch solche und ähnliche Darstellungen wurden Juden von Christen
über Jahrhunderte auf schlimmste Weise herabgewürdigt.

Angesichts der Pogrome gegen jüdische Mitbürger in der Vergangenheit
und angesichts des millionenfachen Mordes an den europäischen Juden
durch die Nationalsozialisten soll die Darstellung am Wetzlarer Dom
uns heute Mahnung sein.

Wir wollen darauf achten, dass die Würde und die Rechte
aller Menschen gewahrt werden.

Evangelische Kirchengemeinde Wetzlar
Katholische Domkirchengemeinde Wetzlar

 

 


Die Statements der beiden Dompfarrer sind unter
http://youtu.be/JJp-a_yvNs4 (Video) zu finden.